In seinem Film
schildert Pierre Schöler, wie die
Obdachlose Nina mit ihrem dreijährigen Sohn Enzo durch die
dunklen Nächte der Stadt zieht, um in Abbruchhäusern
Quartier zu finden. Die Tage verbringen sie in Parks. Behörden
und Hilfsorganisationen steht Nina ablehnend gegenüber, bis
sie in der Zeitung den Satz liest, dass Arbeitslosigkeit kein
Schicksal sei. Daraus zieht Nina den Schluss, dass sie ihr Leben
ändern muss. Sie fährt nach Versailles, wo sie in einem
Wald zwischen Bahnstation und Schloss Damien kennen lernt. Bei
diesem lässt sie ihren kleinen Sohn und eine Notiz zurück,
um über eine Ausbildung zur Altenpflegerin in ein bürgerliches
Leben zurückzufinden. Zunächst will Damien den Jungen
abschieben. Er lässt Enzo an der Bushaltestelle und hofft,
dass er seiner Mutter nachreist. Als der Junge aber zurück
in den Wald kommt, erkennt Damien, dass auch er sein Leben ändern
muss.
Der Regisseur Pierre Schöler äußerte sich in einem
Interview zu seinem Film, der am Endpunkt des sozialen Zusammenhalts
der Gesellschaft spiele: "Aber Armut und Obdachlosigkeit
besitzen keine Sichtbarkeit im Kino, das Bild, das die Öffentlichkeit
sich davon macht, ist meist verzerrt, karikierend. Ich wollte
mit diesen Codes brechen."
In der Rolle des Damien spielt Guillaume Depardieu in seiner letzten
Rolle. Der Sohn Gérard Depardieus starb mit nur 37 Jahren
an den Spätfolgen einer Infektion, die er sich bei der Behandlung
nach einem Motorradunfall zugezogen hatte. Für die Rolle
des Damien war Guillaume Depardieu für den Cesar nominiert,
den er doch nicht erhielt. Aber die Figur des Damien ist so angelegt
und dargestellt, dass sich in ihr das problematische Verhältnis
Guillaumes zu seinem eigenen Vater spiegelt.