Johannesburg:

Metamorphosen einer Stadt

Fotografien von Andrew Tshabangu

 

Johannesburg gehört mit fast 10 Millionen Einwohnern zu den Megametropolen Afrikas und bildet das ökonomische und kulturelle Zentrum Südafrikas.

In ihren umliegenden Townships begann 1976 mit dem Soweto-Aufstand der entschiedene Widerstand gegen das Apartheid-Regime.

Joburg, eines der Kosenamen von Johannesburg, steht daher für Vitalität und Kontraste: sie ist eine schnelle, raue und unbeugsame Stadt.

Der Fotograf Andrew Tshabangu geht den Verwandlungen seiner Heimatstadt Johannesburg nach, die immer ruhelos ist, ein wechselndes Geflecht des täglichen Lebens im Zeitalter nach der Apartheid.
In einem sehr persönlichen, gleichermaßen dokumentarischen und poetischen Stil nähern sich seine atmosphärisch dichten Schwarz-Weiß Fotografien dieser einzigartigen Metropole.
Als aufmerksamer Beobachter hilft uns Tshabangu, tief in das Alltagsleben der Menschen in Johannesburg vorzudringen. Seine Fotos sind sensible Momentaufnahmen, zufällige Begegnungen mit Straßenhändlern, Obdachlosen, Passanten und Reisenden. Viele Bilder hat der Künstler aus einem fahrenden Taxi heraus aufgenommen. Dadurch haftet ihnen etwas Filmisches an, etwas Flüchtiges und Improvisiertes, das der Befindlichkeit dieser Stadt aufs Genaueste entspricht.
Die beeindruckenden Fotos von dieser Stadt, ihren umliegenden Townships und ländlichen Regionen zeugen vom starken Engagement des Künstlers für die Sprachlosen und Marginalisierten: Er zeigt mit würdevollem Blick, wie sie sich mühsam durch ihren Arbeitsalltag kämpfen.

Andrew Tshabangu, 1966 in Soweto geboren, ist einer der hervorragendsten Fotografen Südafrikas. Seine Werke wurden bereits in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen international gezeigt. Er studierte am Alexandra Community Art Centre in Johannesburg (1995), am Institute of Advancement for Journalism (1998) und bekam 1998 ein Stipendium der Gaswork Art Studios in London. Er nahm an vielen Ausstellungen in Afrika, Europa und den USA teil, u.a. Amnesia Platform III (Nairobi 2008); 7. Rencontres africaines de la photographie (Bamako 2007); Black, Brown, White - Fotografie aus Südafrika (Wien 2006); New Identities (Bochum 2004); Johannesburg Transitions (Iwalewa-Haus Bayreuth 2009).

Die hier gezeigten Bilder sind Teil der Ausstellung Johannesburg Transitions, die in Kooperation mit der Galerie Seippel Köln/Johannesburg und dem Iwalewa Haus in Bayreuth entstanden ist, denen wir hier für die Zusammenarbeit danken.