Der Film des in Italien lebenden türkischen Regisseurs Ferzan Özpetek reiht sich ein in das gegenwärtige italienische Kino, das sich mit Vorliebe den Lebensentwürfen des bürgerlichen Individuums im sozialen Umfeld von Ehe und Familie und den damit verbundenen inneren und äußeren Barrieren widmet.
Als sie von dem Unfalltod ihres Mannes erfährt, bricht für die römische Ärztin Antonia eine Welt zusammen, zumal sie kurz danach noch mit der Tatsache konfrontiert wird, dass ihr Mann sieben Jahre eine schwule Affäre auslebte, von der sie nie die leiseste Ahnung hatte. Je mehr die Frau über diese homosexuelle Nebenbeziehung erfährt, taucht sie selbst ab in die Welt, die ihren Mann fasziniert haben muss.
Özpetek vermeidet es jedoch, ein alternatives Märchen zu inszenieren, interessieren ihn doch die Brüche auch in dieser, scheinbar gänzlich zwanglosen Welt. Antonia und Michele empfinden sogar Zuneigung füreinander, sind aber nicht bereit ihr jeweiliges Leben aufzugeben