Film in der Schule

1. Dem Film mehr Gewicht geben
Film ist wohl das bedeutendste künstlerische Medium der Gegenwart und muss in der Schule als solches wahrgenommen werden und unterrichtet werden. Die Kompetenzzentren Film in bestimmten Einrichtungen (z. B. Deutsches Filminstitut - DIF e.V., engagierte Kinos, Medienzentren) tragen dazu bei.

2. Von der Reflexion zur Aktion
Die Beschäftigung mit Film findet bislang - wenn überhaupt - auf einer Ebene der Reflexion und der Rezeption statt. Sie wird zu ergänzen sein durch filmische Aktionen, vergleichbar der musikalischen und bildnerischen Praxis: Schüler sollen auch lernen Filme zu machen.

3. Theorie und Praxis des Films in der Lehrerausbildung
Für angehende Lehrkräfte müssen in der ersten und zweiten Phase der Ausbildung verstärkt Theorie und Praxis des Films angeboten werden.

4. Lehrpläne via Fortbildung in die Tat umsetzen
Die Andeutung der Bildungsaufgabe Film in Lehrplänen reicht nicht aus, um die Lehrerschaft dazu zu bewegen, sich unterrichtlich mit Film auseinander zu setzen. Lehrerfortbildung muss sich auf filmische Praxis beziehen.

5. Die Qualifizierung der Lehrer professionalisieren

Lutz Stadelmayer
Projektlehrer - 1. SchulKinoWochen Hessen
stadelmayer@gmx.de

 


 

Warum Film in der Schule und im Kino

Der Film in der Schule bietet neben der allgemein üblichen Praxis, Literaturverfilmung zum gelesenen Roman, original sprachliche Filme für den Fremdsprachenunterricht, die Chance zu Fächer übergreifendem Unterricht für Schüler schon ab der Grundschule ebenso wie für Gespräche und Auseinandersetzungen im außerschulischen Bereich. Das Medium Film und die Fächer Deutsch, Gemeinschafts- und Sachkunde, Ethik und Religion können je nach Thema und Film kombiniert und verknüpft werden. Umfassende Information und die Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen durch Diskussionen machen das Kino zu einem lebendigen Lernort. Die begleitenden Film-Hefte sind Grundlage für die Vor- und Nachbereitung. Filme spiegeln die Gesellschaft und die Zeit wider, in der sie entstanden sind. Basis und Ausgangspunkt für ein Kino-Seminar sind aktuelle oder themenbezogene Filme, z.B. zu den Themen Drogen, Gewalt, Geschichte und Geschlechterrollen.

Zwei Schwerpunkte:

1. Filmsprache

Es besteht ein großer Nachholbedarf für junge Menschen im Bereich des Mediums Film. Filme sind schon für Kinder ein faszinierendes Mittel zur Unterhaltung und Lernorganisation. Es besteht aber ein enormes Defizit hinsichtlich des Wissens, mit dem man Filme beurteilen kann: Was unterscheidet einen guten von einem schlechten Film? Welche formale Sprache verwendet der Film? Wie ist die Bildqualität zu beurteilen? Welche Inhalte werden über die Bildersprache transportiert?

2. Film als Fenster zur Welt

Über Filme werden viele Inhalte vermittelt: Soziale Probleme einer multikulturellen Gesellschaft, zwischenmenschliche Beziehungs- und Verhaltensmuster, Geschlechterrollen, der Stellenwert von Familie und Peergroup, Identitätsmuster, Liebe, Glück und Unglück, Lebensziele, Traumklischees usw. Die in einem Kino-Seminar offerierte Diskussion bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, gesellschaftliche Problembereiche und die im Film angebotenen Lösungsmöglichkeiten zu erkennen und zu hinterfragen. Sie können sich also bewusst zu den Inhalten, die die Filme vermitteln, in Beziehung setzen und ihren kritischen Verstand in Bezug auf Filmsprache und Filminhalt schärfen. Das ist eine wichtige Lernchance, wenn man bedenkt, dass Filme immer stärker unsere soziale Realität beeinflussen und unsere Lebenswelt prägen.


Über die Filmvermittlung in hessischen Schulen

Die hessischen Lehrpläne sehen eine allgemeine Medienerziehung vor, die sich wenig konkret auf das Filmverstehen einlässt, sondern eher den thematischen bzw. inhaltlichen Nutzen betont. Der Film als Ausdrucksmittel mit spezifischen ästhetischen, symbolischen und kommunikativen Möglichkeiten, ist weder konkret in den Lehrplänen verankert noch in der Lehrerausbildung etabliert.

Ihren Platz finden Medien/Film insbesondere im Kompetenzbereich "Lesen - mit Texten und Medien umgehen", wobei als entsprechende Methodenkompetenz hier der Begriff des "Hör-/Sehverstehens" anstelle von "Filmverstehen" fungiert. Konkrete Standards werden in Bezug auf Medien, unter die man Film fassen kann, folgendermaßen akzentuiert:

· Informations- und Unterhaltungsfunktion unterscheiden
· Medienspezifische Formen kennen: z. B. Print- und Online-Zeitungen, Infotainment, Hypertexte, Werbekommunikation, Film
· Intention und Wirkungen erkennen und bewerten
· Wesentliche Darstellungsmittel kennen und deren Wirkungen einschätzen
· Zwischen eigentlicher Wirklichkeit und virtuellen Welten in Medien unterscheiden: z. B. Fernsehserien, Computerspiele
· Informationsmöglichkeiten nutzen: z. B. Informationen zu einem Thema/Problem in unterschiedlichen Medien suchen, vergleichen, auswählen und bewerten (Suchstrategien)
· Medien zur Präsentation und ästhetischen Produktion nutzen.

Filmverstehen bezieht sich in einem sehr weiten Sinne auf unterschiedliche audiovisuelle Medienangebote, z.B. Spielfilme, Dokumentarfilme, experimentelle Filme, Werbefilme, Medienformate im Fernsehen.

Profunde Kenntnisse über filmische Ausdrucksmöglichkeiten sind daher bei Lehrern und Schülern unverzichtbar, um die Konstrukthaftigkeit medialer Darstellung aufzuzeigen und sie für einen bewussten Umgang mit filmischen Angeboten sensibilisieren zu können.

Neben dem cineastischen Interesse an einem Film gilt es schülerbezogene Arbeitsformen zu finden. Lehrerinnen und Lehrer benötigen zwar ein filmhistorisches, filmsprachliches und filmanalytisches Grundwissen, aber dieses Wissen bleibt abgehoben, wenn es nicht mit konkreten Überlegungen für eine adressatenbezogene Filmbildung verknüpft ist.


Was ist ein Kino-Seminar?

Ein Kino-Seminar bietet neben der Vorführung des ausgewählten Films zum jeweiligen Thema die Möglichkeit zur anschließenden Diskussion. Ein/e fachkundige/r Referent/in begleitet die Veranstaltung, bespricht und analysiert die vorgestellten Filme mit den Kindern oder Jugendlichen und steht außerdem nach jeder Vorstellung zu einem Gespräch mit dem Publikum zur Verfügung. Medienpädagogischen Kinoveranstaltungen und Filmangebote richten sich an SchülerInnen aller Alterstufen (von Klasse 1 bis 13) und Schularten.

Ablauf:

Nach einer kurzen Einführung in Thema und Film durch den Referenten sehen Sie mit Ihren Schülern den ausgewählten Film. Im Anschluss an die Filmvorführung findet immer eine Filmbesprechung und ein themenbezogener Problemaufriss statt. Für die Nachbereitung müssen etwa 30 bis 45 Minuten einkalkuliert werden.

Begleitmaterial:

Zu den vorgeführten Filmen sollte als Unterstützung ein Filmheft zur Verfügung stehen.


Pädagogische Begleitmaterialien (Filmhefte)

Filmhefte sind auf die schul- und klassenspezifischen Anforderungen der Lehrpläne abgestimmt und können in der Regel auf vielfältige Weise in den Fachunterricht einfließen. Sie beinhalten immer eine Zusammenfassung des Films, beschreiben ausführlich die einzelnen Charaktere, manifestieren die Problemstellungen, erklären die Filmsprache, die sich aus Erzählstruktur, Kamera und Schnitt, Farbe und Licht, sowie Musik und Ton zusammensetzt. Neben einer exemplarischen Sequenzanalyse stehen den Lehrern weiterführende Fragen und Arbeitsblätter zur Verfügung. Abgerundet werden die Filmhefte durch zusätzliche Materialien (z.B. historische Einordnung, Zusatzinformationen) und Literaturhinweise.

Bestellen:

Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)

www.bpb.de/publikationen

 

Institut für Kino- und Filmkultur

www.film-kultur.de
( nur mit Passwortakkreditierung) ohne Auflagen

 

Vision Kino gGmbH Netzwerk für Film- und Medienkompetenz

www.visionkino.de

 

Spezielle Filmhefte gibt es noch von Verleihern und Stiftungen, z.B.:

DIE BRÜCKE www.bernhardwickigedaechtnisfonds.de

 

Filmpädagogische Literatur für Lehrkräfte:

 

Jugend:Film:Kultur
Grundlagen und Praxishilfen für die Filmbildung
Werner Barg, Horst Niesyto und Jan Schmolling (Hrsg.)
kopead 2006, München
ISBN 3-938028-15-7

 

film: ratgeber für lehrer
Jens Hildebrandt
Aulis Verlag Deubner 2001, Köln
ISBN 3-7614-2375-6

 

Kino als Kunst. Filmvermittlung an der Schule und anderswo
Alain Bergala
Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) 2006, Bonn
ISBN 3-89331-686-8

 

Der Filmkanon - 35 Filme, die Sie kennen müssen
Alfred Holighaus (Hrsg.)
Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) 2005, Bonn
ISBN 3-89331-554-3



 

Schule und Kino im filmforum höchst

In Absprache mit Lehrern und ihrer jeweiligen Fachbereiche können wir durchführen:

 

Schulveranstaltungen (Vor- und Nachmittag):
20 -25 Schüler: 5,- € pro Schüler
ab 26 Schüler: 3,- € pro Schüler
Lehrer haben freien Eintritt

Das besondere Angebot für Lehrer: Wenn Sie uns Ihre Kontaktdaten mitschicken, bekommen Sie regelmäßig unsere Empfehlungen kommender Filmhighlights, die sich besonders zur Unterrichtsergänzung eignen.

http://www.bpb.de/publikationen/SNA3WX,0,0,Filmhefte.html

http://www.film-kultur.de/hefte.html

 

 

Terminanfragen: Klaus-Peter Roth
Telefon: (069) 212-45664
Programm: http://filmforum.neues-theater.de